Biogasanlage der Milcherzeugergenossenschaft Klötze e.G.

Im Jahr 2000 entschlossen wir uns, in unserem Betrieb eine Biogasanlage zu errichten. Wir erhofften uns, mit dem Bau der Anlage zahlreiche Probleme lösen zu können und einen großen Nutzen daraus zu erzielen. Baubeginn der Biogasanlage war im September 2001 und die Inbetriebnahme erfolgte im Dezember desselben Jahres.
Durch den Bau dieser Biogasanlage ergeben sich für uns:
- Lösung der Geruchsprobleme bei der Gülleausbringung in Stadtnähe.
- Verbesserte Akzeptanz des landwirtschaftlichen Betriebes in der Öffentlichkeit.
- zusätzlich nachhaltig sichere Einnahmequelle für den Betrieb  durch Energieverkauf.
- Abwärme Nutzung im eigenen Betrieb.
- Erzeugung wertvollen Nährstoffsubstrates zur umweltgerchten  bodennahen Ausbringung.
- Grundwasserschutz durch umweltgerechte Landwirtschaft

Skitze

Mit ~80 - 100 Kubikmeter Gülle und 5 bis 10 Kubikmeter Biomasse wird die Biogasanlage täglich beschickt. Verwendet werden nur Rohstoffe aus dem eigenen Betrieb. So können täglich ~9600 Kilowatt in das Energienetz eingespeist werden. Neben den Strom kann auch noch die anstehende Abwärme im Sozialtrakt des Unternehmens genutzt werden.


Beschreibung der Biogasanlage:
Die Biogasanlage besteht aus zwei Beton Fermenter zu je 1150 m² Fassungsvermögen und einem Metallfermenter mit einem Fassungsvermögen von 2400 m². Die Betriebstemperatur der Anlage beträgt Mesophyll 40°. Die Rührtechnik besteht aus je 2 Tauchmotorrührwerken mit einem Serviceschacht und 2 Endlagern zu je 7500 m³ Fassungsvermögen. 2 Blockheizkraftwerke mit ca 480 kw produzieren täglich ca 9600 kw, jährlich etwa 3.500.000 kw. Der Eigenstrombedarf der gesamten Biogasanlage beträgt ca 200.000 kwh. Es werden ca 3.500.000 kw Strom ins Netz eingespeist, was einen Strombedarf von 700 Haushalten entspricht. Die Wärmeproduktion dieser Anlage beträgt ca 4.300.000 kw wobei der Prozesswärmebedarf der Anlage ca 1.300.000 kw bedarf. Es entsteht eine Überschusswärme zur freien Nutzung von ca 3.000.000 kw was einem Wärmebedarf von ca. 100 Haushalten entspricht. Das Gärsubstrat ist Rindergülle mit 6,5% TS etwa 80 - 100 pm³ pro Tag und Nachwachsende Rohstoffe ca 8 bis 10 to pro Tag mit 35% TS
Biogas entsteht bei der Zersetzung organischer Stoffe unter Luftabschluss. Es handelt sich damit um einen anaeroben Abbauprozess („Faulen“) organischer Masse, der auch in natürlichen Stoffkreisläufen vorkommt und in Zusammenhang mit der Biogasproduktion als Vergärung bezeichnet wird. Organische Stoffe (Fette, Kohlenhydrate und Eiweißstoffe) werden von Mikroorganismen in niedermolekulare Bausteine zerlegt. Einfach gesagt, die in den Fermentern zugeführte organische Substanz wird von Mikroorganismen abgebaut. Aus diesen Abbauprodukten bilden methanogene Bakterien Methan, Kohlendioxid und Spurengase Bei den Spurengasen ist Schwefelwasserstoff besonders zu beachten. Es ist ein sehr aggressives Gas und muss um die Funktionstüchtigkeit der Motoren zu erhalten aus dem Biogas entfernt werden. Dies geschieht unter anderem durch Einblasen von Luftsauerstoff.